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Jugend in der Schweiz

Eine durchwegs zufriedene Jugend

«Neulich titelte eine Tageszeitung, bezugnehmend auf die jüngst erschienene CS-Studie zur Schweizer Jugend: «Unsere Kids sind Schlaffis!»

Die Civitas schenkte dieser Aussage nicht besondere Beachtung und wollte selbst herausfinden, was die Jugendlichen in der Schweiz antreibt.

Zwar stellt der erwähnte Presseartikel richtig fest, dass die Freizeitgestaltung einen stets wichtigeren Stellenwert einnimmt. Diese Erkenntnis scheint uns jedoch nicht sehr weitgreifend. Denn es hat sich doch ein merklicher Wandel in der Freizeitgestaltung über die letzten Jahre herauskristallisiert. Überwog noch nicht vor allzu langer Zeit der Trend in Richtung Konsumgesellschaft, so stellen wir heute eine Kehrtwende fest. Diesen Wandel mit dem abgedroschenen Gerede von Nachhaltigkeit zu ergründen, ist gewiss zu einfach. Vielmehr streben die Jugendlichen nach Werten, die ihnen der hektische Berufsalltag oder das bis ins Detail normierte Studium nicht bieten. Es ist jener Ausgleich, den schon seit 170 Jahren StVerinnen und StVer in ihren Verbindungen suchen. Es ist denn auch zu erkennen, dass Freizeitvereine wie Musik- oder Sportvereine wieder vermehrt Zulauf erhalten. Davon profitiert auch der Schweizerische Studentenverein, der an den Gymnasien und später an den Universitäten ein ideales Alternativprogramm bietet – und Lebensfreundschaften begründet.

Es ist aber nicht nur die Komponente der Freizeit, die unsere Jugendlichen beschäftigt. Im Unterschied zu Altersgenossen in und ausserhalb Europas plagen die Jugend keine Existenzängste. Der Blick in die Zukunft ist– auch ohne Rosabrille – ein wenig sorgenvoller. Praktisch Vollbeschäftigung, tiefe Jugendarbeitslosigkeit, intakte Berufsperspektiven, politische Stabilität sind hierbei nur einige Beispiele, die für eine zuversichtliche Stimmung bei den Jugendlichen sorgen.

Der StV ist seit seiner Gründung darum bemüht, das Haus «Schweiz» mitzugestalten und die Jungen, die jährlich in unseren Sektionen Aufnahme finden, bauen tatkräftig mit. Wer angesichts dieser gemeinsam und generationenübergreifenden Errungenschaften von «Schlaffis» spricht, hat wenig begriffen, was Jung und Alt in der Schweiz antreibt.

Das Jahresende bietet Gelegenheit, Rückblick und Ausschau gleichermassen zu halten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, treue Leserinnen und Leser, besinnliche und lichterfüllte Festtage und alles Gute fürs neue Jahr.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

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Baustelle Gesundheitspolitik

Einschneidende Massnahmen sind gefordert

«Alljährlich im Herbst wiederholt sich das selbe Prozedere. Der Bundesrat kündigt höhere Krankenkassenprämien an. Männiglich ärgert sich darüber, doch dagegen etwas zu unternehmen, scheinen sowohl die Politik als auch die Leistungserbringer machtlos. Gründe für diese Entwicklung gibt es zuhauf. Das Niveau der Gesundheitsversorgung in der Schweiz ist erwiesenermassen sehr hoch. Eine Änderung dieser Versorgungssicherheit und Versorgungsintensität ist ein Tabubereich, den kein Politiker angehen möchte. Greift ein Exekutivpolitiker eine Spitalschliessung ins Auge, wird er mit einer Abwahl abgestraft. Nur wenige haben eine solche Übung schadlos durchgestanden. Der Katalog der anerkannten Leistungen wird regelmässig ausgebaut. Eine Remedur kommt namentlich bei den Leistungsempfängern nicht gut an. Jedes Wehwechen ist versichert. Und daran soll sich auch nichts ändern. Abstimmungen, die diese Entwicklung zementieren, werden stets erfolgreich durchgeführt. Solange kein wirklicher Druck zur Kosteneinsparung besteht, wird sich auch fürderhin nichts ändern. Weiterhin werden sich die verschiedenen Akteure den Schwarzen Peter zuschieben. Die Politiker haben ihre lukrativen Mandate bei den Versicherungen, die Ärzte sind an der Leistungserbringung interessiert, die Konsumenten an einem breiten Katalog. All jenen, denen die hohe Prämienlast zu schaffen macht, greift der Staat mit Prämienverbilligung unter die Arme. Womit die Solidarität nicht den Kassen obliegt, sondern den Steuerpflichtigen.

Apotheker, Therapeuten und Ärzte möchten sich lieber nicht öffentlich zur Gesundheitspolitik äussern. Es sind die Kassen, die seit Jahren schwarze Listen prüfen und so die Leistungserbringer in unangenehme Situationen führen. Politiker zeigen sich zugeknöpft, nur jene, welche eine Einheitskasse befürworten, sind redselig. Bleiben die Vertreter der Krankenkassen, die sind sehr wohl mitteilsam. Ihnen liegt am Status quo einiges.

Soll in der Gesundheitspolitik etwas geschehen, braucht es einschneidende Massnahmen. Solange nichts geht, droht gar eine Einheitskasse beim Souverän Erfolg zu haben. Ob darin unser aller Interesse liegt? Ich bezweifle es!

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

 

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Zentralfest 2013 Murten

Murten ist bereit für das Fest der Feste

Herzlich willkommen in Murten! Lassen Sie sich verzaubern von der historischen Altstadt, dem See, der intakten mittelalterlichen Ringmauer und den vielen sympathischen Restaurants und Terrassen. Murten bietet ein geradezu ideales Umfeld für das Zentralfest – das Fest der Feste für jeden StVer!

Zum ersten Mal ist die kleine Zähringerstadt Murten Schauplatz des Zentralfests. Ich bin sicher, das Städtchen wird durch seinen Charme und seine zentrale Lage auf der Sprachgrenze neue Akzente setzen. Für das ganze Wochenende haben wir ein ausgewogenes Programm vorgesehen, das mit täglichen Höhepunkten aufwartet. Mehr dazu entnehmen Sie bitte dem Programm auf Seite 8. Ihnen, liebe Festbesucherinnen und Festbesucher, wünsche ich ein unvergessliches Erlebnis in Murten!

Vivat, crescat, floreat Schw. StV!

Hans Troller v/o Splitter, OK-Präsident

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Diaspora

«Sorge tragen zum reichen Kulturgut»

«Diaspora bezeichnet eigentlich jene Glaubensangehörige und Ethnien, die als Minderheiten in religiös anders ausgerichteten Gebieten leben. Klassisch sind es in der Schweiz die Katholiken in reformierten und die Reformierten in katholischen Gebieten – ein Zustand, der sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte und sodann fortsetzte.

Je mehr unser Staat jedoch zum säkular konnotierten Staat wird, umso mehr befindet sich quasi ein jeder in der Diaspora. Unterschiede zwischen den einst verfeindeten, aber dennoch stets christlichen Glaubensgemeinschaften können nur noch punktuell ausgemacht werden. Wir gehen dem Begriff der Diaspora nach, welcher zunächst die jüdischen Minderheiten umfasste und erst in der Neuzeit auch christliche Gemeinschaften einschloss.

Wir möchten vor allem auch den Katholikinnen und Katholiken nachspüren, die ihre Identitäten in anderen Weltgegenden leben. So befassen wir uns namentlich mit der katholischen Kirche Südamerikas, die seit der Wahl des Argentiniers José Mario Bergoglio zum neuen Papst Franziskus vermehrt im Fokus steht. Es sind aber auch die zahlreichen Immigranten aus lateinischen Ländern in unser Land, die mitunter das Bild der katholischen Schweiz mitprägen. Es gehört zum schweizerischen Kulturgut schlechthin, dass die verschiedenen Religionsgruppen – hauptsächlich die christlichen, aber auch die jüdischen oder muslimischen Minderheiten – friedlich zusammenleben. Dazu müssen wir weiterhin Sorge tragen. Lesen Sie dazu im Vereinsteil auch die Ausführungen der Kommission Glaube und Leben zum Dialog innerhalb des Schweizerischen Studentenvereins.

Im StV-Teil steht die Diskussion zur Miliz im Zentrum. Die Politische Kommission hat dazu im Bundeshaus eine Podiumsveranstaltung durchgeführt. Das Zentralkomitee hat sich medial geäussert und zum Ausdruck gebracht, wie wichtig das Milizprinzip für unser Staatswesen ist. Auch dazu wollen und sollen wir Sorge tragen. Denn der Milizgedanke ist eine wichtige Stütze unseres Staatsverständnisses.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

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Miliz in der Schweiz

Die Miliz – eine Säule des Erfolgsmodells Schweiz

«Das Milizsystem prägt unser Land. Zum einen sind unsere Politikerinnen und Politiker Milizparlamentarier. Sie haben in aller Regel neben ihrer politischen Tätigkeit einen Beruf – im Haupt- oder vermehrt auch im Nebenerwerb. Zum anderen kennt die Schweiz ein Armeemodell, das sich mit Milizsoldaten rekrutiert – mit Bürgern in Uniform. Sowohl der politische Alltag wie die Landesverteidigung werden von Menschen wie Du und ich – nur unwesentlich anders – geprägt. Untrennbar mit dem Milizgedanken ist der Freiwilligeneinsatz verknüpft. Unzählige Institutionen können in der Schweiz nur deshalb ihre Tätigkeiten verrichten, weil es Menschen gibt, die sich engagieren, in der Kirche, in Vereinen, in der Politik, in der Feuerwehr.

Dieses Modell hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Schweiz, trotz ihrer Vielfältigkeit und ihrer Verschiedenartigkeit, ein politisches und gesellschaftliches Erfolgsmodell ist. In Zeiten, wo rundherum Staaten in Krisen verfallen, kann nicht genug darauf hingedeutet werden, welches die Erfolgsfaktoren sind für die Schweiz von gestern, von heute und, es ist zu hoffen, auch von morgen.

Diese Erkenntnis mag für viele konservativ geprägte Redensart sein. Doch es verbreitet vielmehr die Sorge, dass unser Erfolgsmodell Kratzer abbekommt. Es ist nicht bloss die Diskussion um die allgemeine Wehrpflicht, die unsere Landesverteidigung in Frage stellt. Auch nicht die schon seit Jahrzehnten fortschreitende Säkularisierung, die das einstige kirchliche Engagement den staatlichen Institutionen überträgt. Vielmehr nagen Herausforderungen des beruflichen Alltags an diesem Modell. Wenn es nicht mehr möglich ist, neben dem Beruf Freiwilligenarbeit, Politik oder auch militärische Fort- und Weiterbildungen zu leisten, leidet das Erfolgsmodell Schweiz, die ganze Gesellschaft, unser friedliches Zusammenleben darunter.

Um dem entgegenzutreten braucht es ein starkes Bekenntnis zur Miliz. Wir hoffen, Ihnen auf den folgenden Seiten einen Einblick in dieses Erfolgsmodell zu vermitteln.

Und: Auch der StV baut auf Freiwilligen, auf Milizler, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

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