Medien  RSS Facebook deutsch français

Zentralfest Solothurn

Ausgabe Nr. 4 2014-15

 

Ein Fest der Begegnungen

Solothurn ist ein Ort der Überlieferungen. Was sich bewährt, wird hier weitergeführt und der Zukunft als Errungenschaft übergeben. Die Altstadt, die Kathedrale, alte Bräuche und neue Bauten sind beredte äussere Zeichen dafür. Auch die Begegnung hat Tradition. Stadt und Kanton, ihre Politik und die Bevölkerung selber sind seit jeher dem Ausgleich verpflichtet. Als Brückenkanton zwischen den Sprach- und Kulturgemeinschaften der Schweiz zu vermitteln, ist ein Verfassungsauftrag.

Wie schon vor 20 Jahren steht das Zentralfest des Schweizerischen Studentenvereins wiederum im nationalen Dienst dieses Auftrages. Tradition und Fortschritt, Vielfalt und Einheit sollen neu erfahren und als Werte gefestigt werden. In der bewährten Art, als Kundgebung des Zusammenhaltes und zukunftsorientiert. Alle Anlässe sind als Orte des freundschaftlichen Austausches der Begegnung gewidmet. Die Stammlokale, die traditionellen öffentlichen Manifestationen ebenso wie die Festrede am Sonntag und die «bischöfliche» Brandrede nach dem Fackelzug am Samstagabend. Wir freuen uns auf das Fest und heissen die St-Verinnen und St- Ver aus allen Landesteilen herzlich willkommen.

Walter Straumann v/o Gärn, OK-Präsident

...mehr

Stipendieninitiative

Ausgabe Nr. 3 2014-15

Kein Ritzen am Erfolgsmodell

In der vorliegenden Civitas nimmt der StV ausführlich Stellung zur Stipendieninitiative des VSS. Mit den Reformbestrebungen des StV – eingeläutet an der GV 2012 in Brig – sind auch vermehrt Bemühungen der vereinsexternen Wahrnehmung verknüpft. Bildungspolitik ist einer jener Aktionsradien, wo sich der StV öffentlichkeitswirksam vernehmlassen soll und muss.

Die VSS-Initiative verlangt ein schweizweites vereinheitlichtes Stipendienwesen. Wie so manche Vorlage aus der sozialdemokratischen Trickkiste kratzt auch diese Initiative am Erfolgsmodell Schweiz. Sie gibt wohl vor, gleiche Chancen fur alle schaffen zu wollen. In Wirklichkeit ist sie aber Teil einer Umverteilungspolitik linker Ideologie. Gerade der Anspruch, minimale Lebensstandards garantieren zu wollen, schafft neue Ungleichheiten. Denn die Lebenshaltungskosten im Appenzellischen sind nun einmal einiges tiefer als jene im Schmelztiegel Zürich. Und Bildungspolitik – dazu gehort auch das Stipendienwesen – ist in der Schweiz eine kantonale Angelegenheit. Eingedenk dieser föderalen Struktur hat der Bund bereits 2013 einen indirekten Gegenvorschlag zur VSS-Initiative verabschiedet, um Ungleichheiten, die es durchaus gibt, im neuen Ausbildungsbeitragsgesetz abzudämpfen. Es gibt keinen Grund, eine neue Bundesaufgabe einzuführen. Dies ruft uns in der vorliegenden Civitas auch Ständerat Urs Schwaller in Erinnerung. Dazu gilt es hinzuzufügen, dass der Schweizerische Studentenverein seit je die föderalen Strukturen der Schweiz hochhielt und seit der Gründung des Bundesstaates auch verteidigte, wie der Historiker Urs Altermatt in dieser Nummer ausführt. Die DV des StV von Ende März und das CC rufen Euch StVerinnen und StVer auf, am 14. Juni die VSS-Initiative abzulehnen und damit Ja zum Erfolgsmodell des eidgenössischen Föderalismus zu sagen.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

...mehr

Herausforderungen der Demokratie

Ausgabe Nr. 2 2014-15

Scientia potentia est

 

Von unserem Wahlspruch hat mich im vergangenen Monat wohl die scientia am meisten beschäftigt. Gerne würde ich behaupten, das komme daher, dass ich mich intensiv mit dem Wahlspruch des Schweizerischen Studentenvereines befasst habe, aber der Grund ist viel naheliegender: die Semesterprüfungen stehen wieder einmal vor der Tür. Ein weiteres Mal hat ein Grossteil der Aktivitas die Prüfungsphase zu bestreiten und das kühle Bier am Stamm muss dem lauwarmen Kaffee in der Bibliothek weichen. Dabei ist mir aufgefallen, dass uns zwar ein einziger Verein verbindet, zusammengefunden haben wir aber alle durch unser Streben nach Wissen, nach Bildung. Hätten wir nicht die Wege an unsere Schulen gefunden, hätten wir uns auch nie im StV kennen gelernt.

Der Anspruch der Wissenschaft, der scientia, ist es, sich mit den wichtigsten Fragen zu beschäftigen, die es gibt. Dass wir daran teilnehmen können, ist ein Privileg dessen wir uns bewusst sein müssen! Der Wahrheit verpflichtet, Freiheit bejahend, am Menschen orientiert: Das sind für mich Grundpfeiler der Wissenschaft. Besonders wichtig ist mir aber dies: Wissenschaft selbst ist als ein hohes ethisches Gut, ja als ein Auftrag an den Menschen zu sehen. Sie fordert uns zu suchen, zu fragen und zu hinterfragen. Aber wer die Wirklichkeit um sich herum kritisch betrachtet, muss auch lernen, mit dem eigenen Tun kritisch umzugehen.

Kritisch hinterfragen und selbstkritisch agieren sind heutzutage leider selten gesehene Tugenden, nichtsdestotrotz sollten sie für uns selbstverständlich sein. Dass wir diese Werte wieder aufleben lassen wollen, ja müssen, soll beim Durchblättern dieser Ausgabe der Civitas auffallen.

Oft wird am Stammtisch bis in die frühen Morgenstunden energisch und mit viel Inbrunst über Politik und Wirtschaft debattiert. Die hitzigen Diskussionen sind es, welche diese Zusammentreffen zu dem machen, was sie sind und was wir lieben. Sie zeigen aber auch, dass jede StVerin und jeder StVer seine Meinung bilden kann und vor allem bereit ist, für diese einzustehen. In solchen Debatten blitzen dann auch die grossen Wahrheitsfragen auf, die Fragen nach Gott, nach der Wahrheit, ja sogar nach der Unsterblichkeit. Dann wird klar – wir befassen uns tatsächlich mit den wichtigen Fragen.

Matthias Frei v/o Atom

Zentralpräsident

...mehr

Rückblick Zentralfest 2014

Ausgabe Nr. 1 2014-15

≪Wozu braucht es den Schw. StV überhaupt?≫, ist eine Frage, die mir knappe acht Stunden nach meinem Amtsantritt in Sarnen gestellt wurde. Das ist doch eine Frage, die der Zentralpräsident sicherlich sofort beantworten kann, würde man erwarten. Ich muss aber zugeben, dass mir zu diesem Zeitpunkt keine hieb- und stichfeste Antwort einfallen wollte. Welch eine Schande! Nach nunmehr zehn Wochen Dienst an diesem Verein ist mir indessen klar geworden, warum mir die Antwort so schwer gefallen ist.

Seit mir das erste Fuxenband übergestreift wurde, war ich ein begeisterter Couleuriker und ich habe kaum einen Anlass meiner Verbindungen verpasst. Seit mir das Band umgedreht wurde, habe ich beinahe alle Anlässe meiner Verbindungen verpasst, da ich konstant auf Reisen durch die Schweiz bin. Ich habe dabei aber eine der wichtigsten Kernkompetenzen des Schw. StV zum ersten Mal am eigenen Leibe erfahren dürfen. In dieser kurzen Zeit habe ich unzählige Erfahrungen gesammelt, neue Sitten, Bräuche, Traditionen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, was mir verwehrt geblieben wäre, hätte ich mich nicht absichtlich ins kalte Wasser geworfen. Und genau das möchte ich Euch ans Herzen legen. Wagt diesen Schritt aus den eigenen vier Wänden hinaus!

Was uns erheblich von anderen Vereinen unterscheidet, ist, dass wir weder vor Kantons- noch Altersgrenzen Halt machen. Wie neulich CC Punkt über den StV gesagt hat: ≪Man kennt sich, auch wenn man sich noch nicht kennt.≫ Auch wenn man sein Gegenüber noch nie gesehen hat, kommt eine Freundschaft meistens sehr schnell zu Stande. Daher ist der Schw. StV in meinen Augen gerade fur unsere jüngeren Mitglieder eine solide Basis, um sich ein eigenes, persönliches Netzwerk in der Schweiz und auch im Ausland zu schaffen. Lasst Euch diese Chance nicht entgehen! Wenn ich Euch einen Auftrag geben könnte, so wäre es dieser: ≪Einmal jeden Monat: Schüttelt die Hand eines Farbentragenden, den Ihr vorher noch nie getroffen habt!≫ Denn inzwischen ist mir klar geworden, wozu es den Schw. StV braucht: Er verbindet Verbindungen.

Matthias Frei v/o Atom

Zentralpräsident

 

 

...mehr