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Alles zum Jubiläumszentralfest Schwyz

Ausgabe Nr. 4 2015-16

Seit der Gründung des Schw. StV Ende August 1841 in Schwyz wurden alle grossen Jubiläen unseres Vereins hier gefeiert. Wir freuen uns daher sehr, dass wir Euch StVerinnen und StVer auch zum 175 Jahre-Jubiläum in Schwyz willkommen heissen dürfen. Wir begrüssen Euch herzlich in Schwyz, dem schmucken Dorf mit seinen rund 7000 Einwohnern, mit dem historischen Zentrum um den barocken Hauptplatz und der schönsten Pfarrkirche der Schweiz, mit dem Kranz der Herrenhäuser um das Dorf herum, den vielen Kapellen und dem Bundesbriefmuseum.

Le CO est heureux d'accueillir la SES sur les lieux qui l'ont vue naître et d'avoir pu organiser pour tous ses membres une fête somptueuse au coeur de la Suisse primitive. C'est avec les paroles de l'hymne de la Suitia que nous vous convions à découvrir durant ces jours le berceau de la Confédération Helvétique dans le libre pays de Schwyz et à faire de ce lieu de naissance le lieu d'une mémorable célébration d'anniversaire.

Ai tempi, quando a Svitto esisteva ancora l'internato, ticinesi, grigionesi ed italiani portavano a Svitto l'italianità. Il Collegio Maria Hilf era un luogo di formazione importante per i nostri compatrioti italofoni. Molti di loro facevano i primi passi nella SSS in seno alla Suitia, fondata nel 1843. Perciò ci rallegriamo particolarmente di accogliere i nostri amici di lingua italiana per tre giorni a Svitto.

Stefan Pfyl v/o Mungg, OKP

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Flüchtlingsdebatte Schweiz

Ausgabe Nr. 3 2015-16

 

Mit unseren Überzeugungen zu pragmatischen Lösungen

Letzten Sommer sind Bilder von überfüllten Flüchtlingsbooten, von Flüchtlingsströmen im Balkan, von Hilfe suchenden in Europas Bahnhöfen um die Welt gegangen. Diese bedrückenden Bilder haben uns zutiefst betroffen gemacht und ob der zunehmenden behördlichen Hilflosigkeit auch ratlos. Nur die ärgsten Zyniker hat dies alles kalt gelassen, vielmehr fühlen sie sich in ihrer grundlegenden Abwehr gegenüber Asylsuchenden zusätzlich bestärkt. Seit den ersten Anzeichen grösserer Flüchtlingswellen ist namentlich die Europäische Union unter der Führung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an einer pragmatischen Lösung interessiert. Ob die Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise mit der Türkei vom Erfolg gekrönt wird, ist leider eher zu bezweifeln. Derweil sucht die Schweiz eigene Wege. Auch hierzulande ist es – hinsichtlich einer sehr aggressiven Rechten – schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Vor allem auch dann nicht, wenn sich reiche Gemeinden mit einem grosszügigen Handgeld aus der Verantwortung stehlen können. Das Beispiel des Kantons Luzern zeigt, wie delikat diese Herausforderung ist, dass gemeinsame Lösungen aber durchaus möglich sind.

In der ganzen Diskussion geht heute zusehends vergessen, dass die Schweiz – einst das Armenhaus Europas – im 19. Jahrhundert ein klassisches Auswanderungsland war. Damals zog es Schweizer scharenweise aus purer Armut hinaus in die weite Welt, vorwiegend nach Nordamerika. Ihr Glück war, dass nirgends zwischen Wirtschafts- und Kriegsflüchtlingen unterschieden wurde. Und Ironie des Schicksals: jene Regionen, die heute am Entschiedensten gegen eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik der Schweiz vorgehen, «lieferten» am meisten Auswanderer, denn die Innerschweizer «Chrächen» boten schon damals zu wenig zum Überleben.

Der Schweizerische Studentenverein hat sich christliches Engagement auf die Fahne geschrieben. Gerade in der Debatte um Asylbewerber und Flüchtlinge sind unsere Überzeugungen gefragt. Es sind mehrheitsfähige Lösungen gefordert bei der Aufnahme, bei der Gesuchabwicklung, bei der Rückführung. Weil wir nicht alle Flüchtlinge aufnehmen können und wollen, braucht es ein praktikables Gesetz, welches erlaubt, schnell, menschenwürdig und sozial zu handeln. Dies sind wir nicht nur den Flüchtlingen, sondern am 5. Juni uns allen schuldig. Und wenn wir das Richtige richtig tun, gehören Bilder von überfüllten Flüchtlingsbooten hoffentlich der Vergangenheit an.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

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Kirche - quo vadis?

Ausgabe Nr. 2 2015-16

Eine Kirche von unten statt «ex cathedra»

Es wehte ein frischer Wind durch Roms Kurie, als Papst Johannes XXIII. das Konzil ankündigte. Das katholische Fussvolk spürte einen Aufbruch in der Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil hat denn auch einige Neuerungen gebracht. Zunächst verzichtete die Weltkirche auf ihren Absolutheitsanspruch. Damit einher ging auch die erste Stellungnahme überhaupt zur Religionsfreiheit. Neben dem Verhältnis zu anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften äusserte sich das Konzil auch zum Verhältnis des Einzelnen zur Kirche sowie der Wechselwirkung Kirche und Staat. Ein wesentliches Element, das auf das Konzil zurückgeht, ist die Liturgiereform. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war die lateinische Messe das einzig Wahre. Mit der Reform wurde sodann vor allem die Volkskirche gestärkt. Wesentliche Merkmale dieser Volkskirche sind die Mitsprachemöglichkeiten der Gläubigen. In der Schweiz haben wir mit unseren staatskirchenrechtlichen Institutionen Gefässe geschafft, die diese Mitsprache ermöglichen – eine Führung der Kirche durch Mitwirkung von unten statt eine «ex cathedra». So lange nämlich der Diskurs geführt wird, die Gläubigen mitbestimmen können und dürfen, weht auch eine frische Brise durch die Kirche. Jene Brise, die bei der Ankündigung und Eröffnung des Konzils vor über fünfzig Jahren geweht hat, jene Brise, die zwischen 1972 und 1975 die Synode ’72 aufgefrischt hat, tut in der heutigen Weltkirche mehr denn je Not. Ob bei der unter den letzten Pontifikaten zur versteinerten Ruhe verkommenen Kurie eine frische Brise reicht oder eher ein Orkan nötig wäre, wird sich unter dem jetzigen Papst Franziskus weisen. Bis jetzt ist er noch von der Kurie gestoppt worden. Vielleicht setzt er aber – wie wir das in der Schweiz erfolgreich praktizieren – auf die Mitsprache von unten. Und was im Kleinen gelingt, kann im Grossen ja nicht gänzlich falsch sein. Auch wenn uns gewisse Kreise stets das Gegenteil predigen.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

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Sprachenpolitik in der Bildung

Ausgabe Nr. 1 2015-16

Ein Aufschrei ging durch die Schweiz, als vor Jahren der Zürcher Bildungsdirektor vorpreschte und in der Primarschule neben dem üblichen Französisch nun das Frühenglisch propagierte. Es wurde lamentiert, ein wichtiger Teil der Schweizer Kultur, die gelebte Mehrsprachigkeit, der Austausch zwischen den verschiedenen Kulturregionen, ginge verloren. Inzwischen sind ein paar Jahre ins Land gezogen und die Schweiz und ihre Bevölkerung sind nicht minder vielfältig als ehedem. Während Kinder in jungen Jahren einfacher lernen und so nicht nur Sprachbarrieren lockerer überwinden, sind es vor allem ältere Sprachkulturfetischisten, die dem Frühenglisch nichts abgewinnen können. Und interessanterweise stösst gerade in der sonst eher weltoffenen Romandie die Skepsis auf fruchtbareren Boden. Was bei der Jugend scheinbar unkompliziert funktioniert, lässt politische Diskussionen zum Siedepunkt bringen. Dabei könnte sich manch einer gerade den Schweizerischen Studentenverein zum Vorbild nehmen. Seit 1841 lebt unser Verein die Vielfalt. Zentralfeste finden selbstverständlich mal in der Deutschschweiz, mal in der Romandie statt. Man versteht sich über die Sprachgrenzen hinaus. Die verschiedensten Kulturen gehen Hand in Hand. Heuer wird der StV von einem Romand präsidiert, was einmal mehr die Mehrschichtigkeit unseres Vereins unterstreicht.

Davon könnte die Schweiz profitieren. Der StV ist stolz, dass mehrere Mitglieder diesen Herbst die Wahl in die eidgenössischen Parlamente geschafft haben. Und wir zählen auf Euch, dass diese kulturelle Vielfalt, die unseren Verein, aber auch die Schweiz prägt, Euch im politischen Alltag als Kompass dient.

Zur Vielschichtigkeit unserer Schweiz gehört auch unser christliches Erbe. Davon ist in dieser Nummer unter verschiedenen Gesichtspunkten auch die Rede. Denn auch die Sprache des Glaubens prägt unser Land und unser Zusammenleben.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Civitas-Redaktor

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