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Aktuelle Ausgabe

Sicherheit in der Schweiz

Ausgabe Nr. 1 2017-18

 

Vertrauen verstärkt die Sicherheit

Sicherheit ist eines jener Güter der Schweiz, welches gemeinhin als sehr stabil und wenig anfällig angeschaut wird. Verglichen mit anderen Staaten weisen wir einen äusserst hohen Sicherheitsgrad sowie Standards auf, worauf andere berechtigterweise neidisch werden könnten. Doch im Laufe der letzten Jahre hat dieser Eindruck auch in der Schweiz gewisse Risse erhalten. Längst fühlt sich nicht mehr jeder so sicher wie einst. Während objektive und subjektive Wahrnehmung oftmals auseinanderklaffen, müssen auch vielfache Mängel festgestellt werden. So hat vor Jahresfrist ein hohes Westschweizer Polizeikadermitglied verlauten lassen, es sei kaum mehr eine Frage, ob ein terroristischer Anschlag in der Schweiz stattfinde. Es sei bloss eine Frage des Zeitpunkts. Solche Äusserungen lassen aufhorchen und münden in der Frage, ob wir in der Schweiz gegen jene Gefahren genügend gewappnet sind. Diesbezügliche Antworten müssten seitens der Politik, seitens der Sicherheitsfachleute und seitens des Militärs kommen. Klare Aussagen vermisse ich hier, eher orte ich ideologisches Politgeschwafel. Schauplatzwechsel: Alle reden von Cyberkriminalität, doch wie sich Hinz und Kunz oder auch der Staat mit seinem Verwaltungsapparat davor schützen können oder welche Auswirkungen gar solch kriminelles Handeln haben kann, erfahren wir nicht – seit Jahren gähnende Leere mit Verweisen auf die zwingende internationale Zusammenarbeit. In der Schweiz sind wir bis dato gut gefahren mit dem Grundsatz, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt. Die Bevölkerung hat eine hohe Meinung von der Polizei und ihrer Arbeit. Man nimmt – teilweise gewiss überdimensionierte – Sicherheitsvorkehrungen in Kauf, sei es bei Sportanlässen wie Fussballspielen oder 1.-Mai-Demonstrationen. Vertrauensdefizit ist hingegen da auszumachen, wo die Politik keine klaren Grundhaltungen hat, keine Grenzen und keine Leitplanken setzt. Soll aber weiterhin der hohe Grad an Sicherheitsbewusstsein, an Sicherheitsgefühl in der Schweiz Richtschnur sein, braucht es mehr Vertrauen in die verschiedenen Akteure, namentlich in die Politik. Sicherheit darf nicht zum Spielball politischer Ideologie werden.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

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