Medien  RSS Facebook deutsch français

Aktuelle Ausgabe

Niklaus von Flüe – Vereinspatron, Landesvater, Vermittler

Ausgabe Nr. 2 2016-17

Lassen wir uns auf Bruder Klaus ein

Im vergangenen Jahr konnte der Schweizerische Studentenverein sein 175-Jahr-Jubiläum feiern. Schwyz bot dabei den idealen Rahmen, ein rauschendes Fest vor traumhafter Kulisse zu feiern und den StV mit seinen Idealen hochleben zu lassen. Heuer begehen wir ein anderes Gedenkjahr, ein etwas ruhigeres. Vor 600 Jahren wurde Niklaus von Flüe, als Bruder Klaus Patron unseres Vereins, geboren. Wir nehmen dies nun zum Anlass, eine Ausgabe des Vereinsorgans ihm zu widmen. Der StV hat in seinen Reihen einige Mitglieder, die zum Heiligen vom Ranft etwas zu sagen haben. Da wäre zum Beispiel der Bruder- Klausen-Kaplan Josef Rosenast in Sachseln, dessen theologische Sicht auch unsere Augen öffnen werden. Eine der bekanntesten Biographien, die sich mit der Vita Klaus’ befassten, stammt aus der Feder von Pirmin Meier, der uns mit interessanten, den meisten bisher unbekannten Fakten bedient. Die historisch-politische Wirkung des Heiligen über all die Jahrhunderte schildert uns der StV-Kenner par excellence Urs Altermatt. Da während des Gedenkjahres nicht bloss trockene Kost verabreicht werden soll, findet im Oktober eine Wallfahrt zum heiligen Bruder Klaus ins Flüeli-Ranft statt.

Was hat denn heute, 600 Jahre nach seiner Geburt und nach 175 Jahren StV, Bruder Klaus uns noch zu sagen? Niklaus von Flüe war zunächst einmal einfacher Bürger, er war Soldat, er war Familienvater, er war Bauer, obzwar nicht grad’ der ärmste. Er engagierte sich politisch und als Richter. Dies ist der Lebensentwurf eines aktiven Bürgers, der sich fürs öffentliche Wohl einsetzt – ganz im Sinne dessen, was der StV auch von seinen Mitgliedern erwartet. Doch mit 50 Jahren kommt bei Niklaus ein Bruch. Er entsagt den Annehmlichkeiten, die ihm gegönnt wären. Künftig prägen Enthaltsamkeit und Bescheidenheit, aber auch das Gebet sein Leben. Auch hier ist uns Bruder Klaus Vorbild, vielleicht weniger in seiner konsequenten Abkehr vom Diesseitigen und Hingebung an Gott als in seiner Bescheidenheit, seiner Rückbesinnung aufs Wesentliche. Und schliesslich ist Klaus ein Mittler in schwierigen Zeiten. Bruder Klaus konnte zuhören – gerade heutige Politiker täten gut daran, sich am ruhigen, gütigen und weitsichtigen Mahner und Berater zu orientieren. Das Zentralkomitee hat in der letzten «Civitas» zur Wertediskussion aufgerufen. Unser Vereinspatron kann uns hier in manchem Richtschnur sein. Lassen wir uns auf Bruder Klaus, auf den Menschen, ein.

Thomas Gmür v/o Mikesch, Redaktor

...mehr