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Die Schweiz und die Dritte Welt

Das humanitäre Bild in der Welt stärken

«Seit Jahrzehnten engagieren sich vielfältige Institutionen, Staaten, Private, Kirchen für die Ärmsten dieser Welt. Waren es anfänglich vor allem Missionare und christliche Einrichtungen, die sich – über die eigentliche Missionstätigkeit hinaus – mit vollem Einsatz der Hilfe vor Ort widmeten, folgten erst im 19. Jahrhundert Private und öffentliche Organisationen nach. Staatlich organisiert ist die humanitäre Hilfe für die dritte Welt in der Schweiz erst seit dem 2. Weltkrieg. Im Vordergrund stand jedoch von Anfang an nicht blosses christliches Bekenntnis, sondern eher die Überzeugung, neue Märkte mit staatlicher Hilfe zu erschliessen. Nach und nach hat sich dieses ökonomische Bild der Hilfe gewandelt.

Die öffentliche Hand ist heute einer der vielen Player im Kampf gegen die grassierende Armut in weiten Teilen unserer Welt.

Seit je kommt der katholischen Kirche mit ihren Missionaren (vorab seit den 50er-/60er-Jahren) eine wichtige Bedeutung zu. Ihre Hilfe – getragen vom Grundsatz, mit der von Gott empfangenen Gabe zu dienen – ist vor Ort für die Menschen oft effektiver als staatliche Unterstützung.

Schliesslich sind es auch viele Non-Profit-Organisationen und Private, oftmals aus persönlicher Betroffenheit heraus, die Wesentliches zur Linderung weltweiten Elends beisteuern.

Die Civitas kann nur einen kleinen Teil jener täglich erbrachten Hilfe beleuchten. Kürzlich haben wir über das 50-Jahr-Jubiläum des Fastenopfers berichtet (Civitas 2-11). Dieses Hilfswerk ist aus dem Schosse der katholischen Kirche entstanden und wird heute von einem StV-er geleitet.

Unser Einsatz ist gefordert, täglich, nicht nur für die Ärmsten fernab in der 3. Welt, sondern auch hier bei uns. Öffentliche, private, kirchliche Einsätze helfen, das humanitäre Bild der Schweiz, einer der reichsten Nationen, in der Welt zu schärfen und zu stärken.

In diesem Sinne wünscht die Civitas-Redaktion Ihnen gesegnete und lichterfüllte Weihnachtstage und im kommenden Jahr Gesundheit, Glück und Wohlergehen.

Thomas Gmür, Redaktor

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Familie

Die Familie ist die älteste aller Gemeinschaften und die einzige natürliche», steht im Gesellschaftsvertrag von Jean-Jacques Rousseau. Heute könnte man ohne Zögern hinzufügen: sie ist das grösste Armutsrisiko. Laut Bundesrat Burkhalter, der kürzlich die neueste Armutsstudie präsentierte, zählen Alleinerziehende und kinderreiche Familien heute neben den Working Poor und den Langzeitarbeitslosen zu jenen Gruppen, bei denen das Armutsrisiko am grössten ist. Dass Handlungsbedarf besteht, hat nun auch die Politik verstanden. Und so wird denn dieses Feld der
Familienpolitik seit Kurzem von mehreren Parteien beackert. Alle möchten sich ein Stück des Kuchens sichern, was in einem Wahljahr ja auch verständlich erscheint.

Die Civitas hat diese Diskussion nun aufgegriffen und fühlt der «Familienpartei» etwas genauer auf den Zahn. Diese «kleinste Zelle der Gesellschaft» braucht mehr denn je Unterstützung, sei es durch die Politik, sei es im Alltag, sei es durch Mütter und Väter, die sich für das Wohl der Kinder, der Zukunft unseres Gemeinwesens, einsetzen.

Gleichzeitig begehen wir 2011 auch das Jahr der Freiwilligenarbeit. Diese Arbeit keimt zunächst im Schoss der Familie, um später der Gesellschaft und ihrer Glieder zugute zu kommen. Einen wichtigen Teil dieser freiwilligen Tätigkeit machen in unserem Land auch Politikerinnen und Politiker auf allen Ebenen des Staates. Am 23. Oktober 2011 gilt es, ein neues Parlament zusammenzustellen. Viele StVerinnen und StVer, die unsere Ideale hochhalten, stellen sich dann der Wahl. Nutzen Sie die Möglichkeit und stärken Sie in Bern jene Werte, die seit 170 Jahren unserem Verein als Fundament dienen, jene christlichen Überzeugungen, worauf der StV sich erfolgreich beruft, jenen Gemeinsinn, der uns wie heuer in Sursee stets als Freunde zusammenführt.

Thomas Gmür, Redaktor

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Zentralfest Sursee

Herzlich willkommen in Sursee

Wir freuen uns ausserordentlich, den Schweizerischen Studentenverein bereits zum zwölften Mal zu seinem nunmehr 165. Zentralfest hier in der zweiten Kapitale des Kantons Luzern – oder von alters her dem Versailles von Luzern – begrüssen zu dürfen.

Sursee ist nicht zuletzt seiner hervorragenden Verkehrsverbindungen wegen eine der boomenden Regionen des Kantons Luzern. Entsprechend hat sich hier einiges verändert. Wir sind städtischer geworden, haben aber unsere ländliche Gemütlichkeit und Gastfreundschaft bewahrt. Wenig verändert hat sich die Altstadt, die mit ihrer prachtvollen Kulisse, den tollen Sälen, Plätzen und Gassen, und ihrem reichhaltigen gastronomischen Angebot zum Festefeiern geradezu einlädt.

Wir haben uns bemüht, ein Zentralfest der kurzen Distanzen zu schaffen, mit einer Verdichtung im historischen Städtchen. Mit viel Lokalkolorit versehen soll unser Fest auch die ortsansässige Bevölkerung ansprechen, die bewusst in den Festablauf mit einbezogen wird. Den Auftakt bilden die wissenschaftliche Veranstaltung mit dem Surseer Professor Dr. Hans Küng v/o Herkules sowie das Abendprogramm mit der «New Orleans Night» im Städtli und ihren zahlreichen Jazz-Formationen. Die folgenden Tage werden dann ganz nach traditionellem Modell durchgeführt. Insgesamt vier Tage der Begegnung und der Freude!

Im Namen des Organisationskomitees und des Amtsverbandes Sursee begrüsse ich die StVerinnen und StVer aus der ganzen Schweiz, die Ehrengäste und ausländischen Delegationen und heisse sie alle ganz herzlich zu einem einfach einzigartigen und rüüdig schönen Fest willkommen!

Rainer Jacquemai v/o WISO, OKP

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Bildung und Marktwirtschaft

Heimat - Swissness

« Ich liebe mein Vaterland, nicht weil es mein Vaterland ist, sondern weil ich es schön finde. Ich habe Heimatgefühl, aber keinen Patriotismus.» Jetzt erscheinen sie wieder, die Plakate, die uns im Wahljahr suggerieren, unsere Kandidaten stünden für unser Land ein. Doch was Arthur Schnitzler schon zur Jahrhundertwende antönte, den Unterschied zwischen Heimatgefühl und Patriotismus, erfahren nicht alle gleich. Die Civitas hat dazu zwei Politiker unterschiedlicher Couleur und Herkunft über deren Heimatbegriff befragt.

Ein etwas anders gelagerter Heimatgedanke wohnt dem Begriff Swissness inne. Das Zurschaustellen des Schweizer Kreuzes – auf T-Shirts, mit Fahnen, auf Wahl- und Abstimmungsplakaten – ist zurzeit sehr im Schwange. Die Schweiz vermittelt damit nicht etwa weltweit unsere Verbundenheit mit unserem Heimatland, sondern vielmehr Qualität, Werte, Stabilität. Während andere Länder von einer Krise zur andern wanken, ist das schweizerische Politsystem doch recht stabil. Zwar wird von gewissen Kräften wacker daran gerüttelt, doch die Errungenschaften, welche unserem konkordanten System geschuldet sind, lassen sich wahrlich zeigen. An der diesjährigen Einsiedlertagung ist denn diese erfolgreiche Konkordanz – ein Exportschlager par excellence – zur Debatte gestanden. Die Konkordanz hat einiges zum Erfolgsmodell Schweiz beigetragen – Stabilität, Wachstum, politische Toleranz. Genau deshalb ist sie wohl in aller Politiker Munde.

Ein weiterer Erfolgsfaktor, den die Schweiz ausmacht, ist unser Bildungswesen. Zwar stets im Umbruch und Umbau, können wir stolz auf das Erreichte in unseren Bildungseinrichtungen sein. Wie der Staat allen die gleichen Chancen und Möglichkeiten eröffnet, so fördert auch unser Bildungswesen nicht einseitig jene, die es sich leisten können. Die Aktivitas des Schweizerischen Studentenvereins hat im Rahmen der Zentraldiskussion das Spannungsfeld zwischen Bildung und Marktwirtschaft ausgeleuchtet.

Ein anderes Spannungsfeld beschäftigt seit 50 Jahren das Fastenopfer, der Export sozialen und politischen Engagements in Länder und Regionen, wo von unseren Errungenschaften nur geträumt werden kann. Liebe Leserin, lieber Leser, Sie sehen, ein bunter Strauss an schweizerischen Eigenschaften, Errungenschaften, «Heimaten».

Thomas Gmür, Redaktor

 

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Die Presse in der Schweiz

Pressewesen in der Schweiz - eine Bestandesaufnahme

Die Leser werden im Allgemeinen doch in erster Linie durch den Inhalt eines Blattes und nicht durch die Aufmachung beeindruckt.≫ Was fur Jost Burkli 1957 in der damaligen Monatsschrift des Studentenvereins noch selbstverstandlich erschien, ist heute bloss noch eine Randerscheinung im medialen Wirrwarr. Form, Layout und Design scheinen wichtiger als Inhalt. Und wer heute Zeitungen liest, merkt – abgesehen vom Regional- und Sportteil – kaum mehr, welches Blatt er in Handen halt. Die Beliebigkeit des journalistischen Geschreibes lasst sich kaum mehr unterscheiden. Die vergangenen zwanzig Jahre haben eine enorme Verlagerung von der (partei-) politischen Meinungs- und Hintergrundpresse hin zur Boulevardisierung und zur Profillosigkeit der Presse gebracht. Einst fuhrende Zeitungen sind entweder ein- oder in anderen Blattern aufgegangen. Jetzt kann man mit Fug und Recht anfuhren, Zeitungen ohne Publikum hatten eh keine Existenzberechtigung mehr. Hier ist aber entgegenzuhalten, dass jene Zeitungen und Verlage wohl gerade an fehlendem Profil zugrunde gegangen sind. Ein Befund notabene, der auch und gerade fur die fuhrenden Blatter des Landes gilt, denn auch jene kampfen ums Uberleben! Es liegt also im Besonderen an den Verlagen, fur mehr Tiefgrundigkeit verantwortlich zu zeichnen. Wer als Journalist aber lieber Glanz und Gloria als Tagesschau mochte, entlaufenen Katzchen mehr Wichtigkeit einraumt als der politischen Auseinandersetzung, fuhlt sich im heutigen Medienalltag gewiss pudelwohl. Ob er aber auch der vornehmsten Aufgabe der Presse, der ausgewogenen Berichterstattung, nachkommen kann? Dafur braucht es in der Regel mehr als den Hang zum medialen Sauglattismus. Hierfur benotigt der Journalist eine grundsolide Bildung oder, wie es der bereits erwahnte Burkli sagte: ≪Politische und Kirchengeschichte wird ein Journalist kaum entbehren konnen; auch von der Geographie muss er etwas verstehen. ≫ ≪Wir leben in der besten aller Medienwelten≫, meinte Hanspeter Lebrument in seiner Neujahrsansprache 2010. Damit dies nicht nur Lippenbekenntnis bleibt, muss noch einiges geschehen.

Gute und spannende Lekture

Thomas Gmür, Redaktor

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